Wie man sich das Leben erleichtert

Vor ein paar Wochen habe ich im Radio eine schockierende Nachricht gehört: Mehr als 40% der Deutschen sind froh, wenn das Weihnachtsfest vorbei ist. Jahr für Jahr wäre es wieder derselbe Stress.

An Weihnachten soll man sich doch besinnen können, das Jahr ausklingen lassen können. Darüber nachdenken, wie man seinen Lieben eine Freude machen kann. Gemütliche Stunden daheim verbringen, das Heim glänzen lassen und Spekulatius und Lebkuchen naschen. Mal loslassen, mal Pause machen. Den lieben Gott einen guten Mann und fünf gerade sein lassen. 

Aber nicht darauf konzentrieren sich die Leute, sondern auf Dinge wie das perfekte Geschenk, und zwar nicht nur für den engen Kreis, sondern auch die, die man freundlich grüßt. Weil man es ja so ausgemacht hat. Den Stress, über den man sich beschwert, beschert man sich oft selber. Das sollte man sich bewusst machen, und wenn man ihn nicht haben möchte, überlegen, wie man ihn sich ersparen könnte.

Unser Leben wird immer schneller, immer voller und immer vielschichtiger. 700 Freunde auf Facebook, 3 Jobs und unzählige Dinge, an die man denken muss. Die Radionachricht war nur ein weiterer Beweis dafür. Ich denke, wir sollten mal einen Gang runterschalten. Das Leben wieder bewusster leben, genießen.

Hier habe ich ein paar Tipps für euch, wie ihr das im neuen Jahr verwirklichen könnt.


#1 Werde dir klar, was du willst. Setze Prioritäten. 

Was ist dir wichtig in deinem Leben? Das kann man sich im Kleinen wie im Großen überlegen.
Deine Familie, deine Arbeit oder dein Hobby? Ein toller Studienabschluss oder die große Freiheit? Wo möchtest du beruflich mal hin? Möchtest du viel Reisen? Oder bald eine Familie gründen? Möchtest du den Yoga-Kurs machen oder einen gewissen Geldbetrag im Monat sparen? Endlich nicht mehr zu spät kommen?
Ordne dein Leben danach, und sieh zu, dass das nicht vor lauter anderen Dingen zu kurz kommt. Räume bewusst Zeit dafür ein.

#2 Entwickle eine gesunde Routine und Regelmäßigkeit.

Eigentlich dachte ich, dieser Punkt sei überflüssig. Bis ich jemanden kennengelernt habe, der bevorzugt die Nacht durch lernt, um dann am Tag den Schlaf nachzuholen, der nicht regelmäßig isst und das Trinken schon gleich vergisst. Deshalb: Es ist wichtig, eine gewisse Routine zu entwickeln. Das kann von eigentlich offensichtlichen Dingen wie oben genannten bis zu regelmäßiger sportlichter Betätigung, Treffen mit Freunden und Verwandten und Arbeitspausen wie Wochenende oder Urlaub reichen. 

#3 Halte deine Termine und Notizen fest.

Am besten eignet sich hierfür in meinen Augen ein handlicher Terminplaner, in dem man Termine und Notizen schriftlich festhalten, durchstreichen und verschieben kann. (Natürlich kann man je nach Geschmack z.B. auch ein entsprechendes Computerprogramm benutzen.) Für Ordnung im Terminplaner sorgen besonders Trennblätter, eine eher geringe Anzahl an Post-Its und Markierungen mit Farben/Symbolen der einzelnen Bereiche (z.B. Privat/Uni/Blog).

#4 Gehe deine Termine der folgenden Woche am Sonntagabend durch.

Nimm dir sonntags einen Moment Zeit, um dich auf die folgende Woche vorzubereiten und dir so einen Überblick über anstehende Termine und deine To-Do-Liste zu verschaffen. Setze auch deine To-Do-Liste mit den wichtigsten Pflichten zu oberst auf und schreibe mehr auf als nur ein Stichwort. So grenzt man die Pflichten ein, und die Wahrscheinlichkeit, dass man konkrete Aufgaben in Angriff nimmt (z.B. "Blogpost schreiben", "Frieda anrufen" und "Mamas Geschenk einpacken") ist höher als dass man sich an die vagen Formulierungen ("Blog", "Frieda" und "Mama Geschenk") heranwagt.

#5 Umgebe dich mit Menschen, die dir gut tun.

Wir alle (außer die, die diesen Punkt bereits angewendet haben) haben Menschen in unserem Leben, bei denen wir oft die Augen verdrehen, wenn sie sich melden, die gemeinsamen Mittagessen als Pflicht sehen oder die durch Kommentare, Handlungen oder was auch immer mehr negativen als positiven Einfluss haben. Die uns merken lassen, dass wir nicht die Wunschfigur haben oder unsere Entscheidungen nicht akzeptieren. Die uns wissen lassen, dass sie mal wieder besser waren und deren Blicke oft mehr sagen als jedes Wort. 
Sortiert sie aus. Nehmt Abstand, und umgebt euch mit Menschen, die euch stärken, inspirieren, unterstützen, lieben, erfreuen, zum Lachen bringen, trösten, für euch da sind und die es wert sind. Menschen, die euch bereichern.

#6 Sortiere einmal im Quartal alles aus. Jedes Zimmer, jeden Schrank, jede Schublade.

In unserer heutigen Gesellschaft geht viel ums Haben-Wollen und Kaufen, und da verliert man auch schnell mal den Überblick. Abhilfe schafft da eine vierteljährliche Ausmist-Aktion, die nur positive Effekte hat: Man entdeckt altes wieder, schafft Platz und Leichtigkeit und macht Platz für neues. Gemeinsam mit dem Partner, der Schwester oder der Freundin macht die Aktion sicher noch mehr Spaß. Wenn man die aussortierten Dinge dann verschenkt, spendet oder verkauft, verdient man dabei sogar noch Geld oder macht anderen eine Freude. 


Hat euer Leben ein bisschen Vereinfachung nötig? Welche Tipps habt ihr zu diesem Thema?

Kommentare:

  1. da kann ich dir nur voll und ganz zustimmen, schöne Idee:)

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  2. Du hast einen schönen Blog! Habe ihn eben entdeckt :) Würde mich freuen wenn du mich auch besuchst auf http://olgsblog.de/

    Liebe Grüße Olga

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  3. Schöne "Vorsätze" bzw. Tipps :)

    Wünsche dir ein frohes neues Jahr ♥

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    1. Danke dir! Dasselbe wünsche ich dir auch :)

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  4. Vielen vielen Dank! :) Das wünsche ich dir auch ♥

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  5. das ist wirklich ein toller post! :)
    ein schönes neues jahr wünsch ich dir :)

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    1. Dankeschön! Dir auch ein frohes neues Jahr! :)

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  6. Tipp #6 ist toll, ich sollte ihn mir selbst ans Herz legen ;-) Aussortieren fühlt sich einfach so gut an!

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  7. Tolle Tipps, davon müsste ich den ein oder anderen auch mal wieder eher beherzigen..

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  8. Ich finde es immer so blöd wenn man vom Weihnachtsstress spricht. Wir haben heuer alles ruhig angehen lassen und gemacht wie wir wollten. Mein Mann und ich hatten auch mal so ne Diskussion zwecks Weihnachtsstress und dabei sind wir drauf gekommen, das wir eigentlich gar keinen Stress haben, aber das uns die Medien & Co das einreden. Denn zu der Zeit ist auch die Arbeit eher weniger und somit ruhiger. Einkaufen kann man ja immer, muss ja nicht der Samstag sein. Dann sieht man sich die hektischen Menschen an, und ja, dann bekommen wir plötzlich nur vom Gucken schon Stress *gg*. Meistens setzen wir uns dann einfach in ein Cafe und schauen den Leuten zu.
    Liebe Grüße

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    1. Da stimme ich dir voll und ganz zu! Man kann selber entscheiden, ob man sich stressen lässt oder nicht :)

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  9. Aloha,
    gerade Punkt 6 finde ich sehr, sehr wichtig...
    ich miste auch regelmässig aus um einfach den Überblick zu haben.

    LG Sabrina

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  10. Du hast ja so recht :)
    Es ist unglaublich unter wieviel Stress man manchmal steht, ohne es wirklich zu wissen.
    Wenn man dann mal feststellt was noch alles ansteht und mal eine to-do-Liste macht, bin ich immer wieder schockiert. Es tut dann echt gut dass auch nach Priorität zu ordnen und ️vorallem eine Deadline zu setzen. Okay der Artikel muss bis montag fertig sein, aber das bügeln hat noch Zeit :)
    Und was dann gut tut: sich einem vornagen führen was man schon geschafft hat!
    Egal ob man es aufschreibt ode irgendwie sichtbar macht oder sich eine Belohnung gönnt - meln tipp ist: immer ein Resümee ziehen und sich gut fühlen! :)

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    1. Da hast du Recht! Man sollte sich wirklich unbedingt seine großen und kleinen Erfolge vor Augen führen, und sich dann auch mal selbst auf die Schulter klopfen. :)

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  11. Ich gehöre auch zu diesen 40%: es gibt für mich nichts schlimmeres als die Weihnachtszeit. Jedes Jahr schon zu Beginn des Dezembers krieg ich schlechte Laune, wenn ich an all den Stress denke. Ich glaube, dieses Jahr fahre ich über die Feiertage einfach weg!

    Deine Tipps hier find ich aber alle sehr sinnvoll. Besonders #6 hab ich mir eigentlich für dieses Wochenende vorgenommen, allerdings... kommentiere ich heute lieber Blogs, anstatt den Kleiderschrank auszumisten. XDDD

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    1. Ohje, schade! Aber wenn du wegfährst, dann wird das bestimmt trotzdem eine schöne Zeit, die dann auch du genießen kannst. :)
      Vielleicht wird's ja dann nächstes Wochenende was! ;-) (Aufgeschoben ist ja nicht gleich Aufgehoben, höhö :D)

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