Marmeladenglasmomente

Kennt ihr sie, diese Marmeladenglasmomente? Wisst ihr, was ich meine?
Momente, die einfach vollkommen und wunderbar sind, obwohl das Drumherum vielleicht trotzdem nicht im Lot ist. Für mich gehören wärmende Sonnenstrahlen zu diesen Momenten, oder auch ein gemütlicher Fernsehabend. Ein leckeres Essen, ein schönes Gespräch mit einer Freundin oder ein Kuss, der meinen Bauch zum Kribbeln bringt. Ein Quäntchen Erfolg, eine lustige Stelle in dem Buch, das ich aktuell lese, oder Vorfreude auf etwas Besonderes oder Alltägliches - was, ist nicht wichtig dabei.
Manche Momente würden wir gerne in ein Marmeladenglas stecken und so für immer bewahren - und wieder rausholen, wenn es uns schlecht geht und wir einen solchen Moment mal wieder dringend bräuchten.


Aber obwohl manches, wie ein Duft oder eine Gewohnheit, uns ganz wunderbar an etwas erinnern kann, ist die Marmeladenglas-Methode leider nicht sehr real. Da kommt dann bei mir meine Polaroid zum Einsatz, die mir mein Freund im Sommer 2013 schenkte. Seitdem halte ich besondere Momente und besondere Alltäglichkeiten damit fest, denn nur dazu wird sie hervorgeholt. Für das Besondere.
Sommerbilder, Bilder von meinem Hund, meiner mittlerweile leider verstorbenen Oma, unserem Weihnachtsessen und dem Weihnachtsbaum, vom Eiffelturm während unserer Parisreise, von mir und meinem Freund. Oftmals vergesse ich sie mitzunehmen, was blöd ist, denn man weiß nie, wann es einen besonderen Moment festzuhalten gibt. Sie ist ja auch nicht klein und handlich, oder wenigstens zusammenfaltbar für unterwegs, nein, aber dafür knipst sie die Momente so viel einzigartiger als eine moderne Kamera.


Ich sage bewusst "knipsen" - das Geräusch beim Abdrücken und das sonore Rattern, wenn das Bild rauskommt, sind einfach herrlich. Genauso wie die Ungewissheit der nächsten dreiviertel Stunde, ob das Bild was wurde. Die Kamera zwingt einen quasi zur Geduld. Und Selfies zu machen grenzt leider auch an die Unmöglichkeit, was nicht besonders toll ist, denn wenn ich auf Reisen bin und jemand anderen bitten sollte, ein Foto zu machen, hab ich immer Angst, dass er gleich mit der Kamera wegrennt. #ichbinnichtparanoid.
Bei der Polaroid hat man in der Regel eben auch nur einen Versuch den Moment einzufangen, und kann nicht noch 10 Bilder machen, nur weil das Licht nicht so gut ist oder einer die Augen zu hat und wegguckt. Jedes Bild ist in seiner Unvollkommenheit - ob zu dunkel, zu hell, mit Streifen, Augen zu, weggeguckt - einzigartig. Wie wir Menschen. Tut gut, sich daran zu erinnern, denn auch die Bilder finden wir trotz ihrer Unvollkommenheit schön.

Was sind eure Marmeladenglasmomente?
Wie haltet ihr sie fest?

Kommentare:

  1. Wirklich eine schöne Idee besondere Momente mit einer Polaroid Kamera festzuhalten, ich habe meistens nur mein Handy zur Hand das ist dann aber eben doch nicht dasselbe :)

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  2. Superschöner Post!! Auch das Bild mit den vielen Polaroid-Bildern und dem Konfetti ist richtig gut gelungen. =) Ich hätte auch gern eine Polaroidkamera, da es einfach immer einen vintagelook verleiht, die Bilder schon allein schöner aussehen durch den weißen Rahmen und genau die Momentaufnahmen festgehalten werden, die man einfangen will. Ohne immer auf Perfektionismus etc zu achten, so wie du geschrieben hast. Ein sehr inspirierender Eintrag! Und das Wort "Marmeladenglasmomente" find ich total schön :D

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    1. Danke! :) Ja, eine Polaroid ist in der heutigen, von fortschreitender Technik geprägten Zeit wirklich eine kleine Besonderheit :D

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