Reisetagebuch Lissabon

Hallo ihr Lieben!

Vor einigen Wochen habe ich gemeinsam mit meinem Freund einen Trip nach Lissabon gemacht - von dem ich nicht allzu viel erwartet habe, der sich dann aber als ganz wunderbar entpuppt hat! Ausgewählt haben wir Portugals Hauptstadt, weil wir mal etwas Neues sehen wollten und außerdem sollte es günstig und schon etwas frühlingshaft sein! 
Da wir jedoch keinen Hang zur portugiesischen Sprache, Kultur oder Küche hegen, begann ich kurz davor zu zweifeln, ob das Ziel wirklich eine so gute Wahl war... Doch es konnte mich voll und ganz überzeugen!
Im Folgenden möchte ich euch einen Eindruck über unsere Tage in Lissabon vermitteln, also macht es euch am besten bequem und schnappt euch einen Kaffee oder Tee! :-)



Dienstag

Als wir nach etwa drei Stunden Flug nachmittags in Lissabon gelandet waren, fuhren wir als Erstes mit der U-Bahn in die Stadt zu unserer AirBnB-Unterkunft, wo wir sehr herzlich empfangen wurden. Wir stellten unser Gepäck ab, machten uns kurz frisch und schon zogen wir los, um die Stadt am Tejo zu erkunden. Ziellos liefen wir durch die Straßen und Gassen bis wir zum Abendessen im Restaurant Vicente landeten, wo das Essen sehr gut geschmeckt und das Ambiente an eine Grotte erinnert hat.
Auf dem nächsten Bild könnt ihr die hübschen, farbenfrohen Azulejos sehen, mit denen viele Häuser der Stadt gefliest sind.

 


Mittwoch

Wir begannen den Tag mit einem Spaziergang entlang des Flusses zum Praça do Comércio, dem Platz des Handels, auf dem sich zu früheren Zeiten das Königsschloss befand. Damals hieß er noch Terreiro do Paço, zu Deutsch Palastgelände. Umrahmt von gelben Häuserfassaden und immer voll Leben ist er in meinen Augen ein richtiges Schmuckstück.
Daraufhin machten wir uns auf den Weg zum Castelo de S. Jorge (Eintritt 5€). Die Burg wurde bei dem Erdbeben im 18. Jahrhundert zwar weitgehend zerstört, doch die Aussicht über die Stadt und den Tejo ist trotzdem noch spektakulär. Ein Highlight waren für mich auf jeden Fall die vielen Pfaue, die auf dem Burggelände frei umherliefen - was für eine Farbenpracht! Ich konnte gar nicht genug von diesen natürlichen Schönheiten bekommen.
Als nächstes sind wir mit der U-Bahn zum Parque das Nações gefahren, dem Weltausstellungsgelände von 1998. Leider war das ziemlich trostlos und verlassen und somit eher ein Reinfall, aber vielleicht ist es im Sommer ja schöner. Zumindest der Ausblick auf die 18 km lange Brücke Vasco da Gama war lohnenswert.
Da es zu regnen begann, verbummelten wir den restlichen Nachmittag im Centro Vasco da Gama, einem nahegelegenen Shoppingcenter und ließen den Abend mit Pastéis de Nata aus dem Time Out Food Court, einer Art Food Hall mit vielen verschiedenen Angeboten, ausklingen. 



Donnerstag

Mit einem wieder mal fabelhaften Ausblick am Miradouro Santa Catarina starteten wir in den Tag und begaben uns zur ersten Haltestelle der Tramlinie 28, deren Strecke einer günstigen Retro-Stradtrundfahrt gleicht, da sie einige Sehenswürdigkeiten passiert. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir den Jardim da Estrela, einen sehr schönen Park mit Palmen, der zum Ausruhen nach dem Auf und Ab der Straßen einlädt. Halt machten wir außerdem im Café Atent a Duro, dessen Jugendstilfassade und Pastéis de Nata den Geschmack des Kaffees klar übertrafen. 
Auf dem Rückweg von unserer Tramfahrt legten wir unter anderem an einigen Aussichtspunkten und in einem Restaurant am Praça do Comércio ein Päuschen ein. Den Abend ließen wir nach dem Sonnenuntergang am Fluss in dem Burger-Restaurant Food & Booze ausklingen. Kleines Lokal mit einem grumpy Kellner und echt leckerem Essen!



Freitag

Wir fuhren morgens mit dem Bus nach Bélem, wo wir nicht nur die Ponte 25 de Abril mal von der anderen Seite begutachteten, sondern uns auch das Kloster Mosteiro dos Jerónimos und das Padrão dos Descobrimentos, das Denkmal der Entdeckungen, ansahen. Wie detailliert die einzelnen Figuren, die alle wichtigen Persönlichkeiten Portugals darstellen, ausgearbeitet waren, hat mich wirklich beeindruckt. Auf Wunsch meines Freundes besichtigten wir den Torre de Bélem auch von innen (Eintritt 3€), der vor dem Erdbeben nicht am Ufer, sondern im Fluss stand und als Verteidigungspunkt der Stadt diente. 
Anschließend ließen wir uns auf einer Parkbank mit einem Kaffee die Pastéis de Nata aus der Konditorei Pastéis de Bélem schmecken, die die leckeren Törtchen nach einem Rezept der Mönche als Erste verkauften. (Sie verkaufen sie einzeln sowie in 6er oder 50er-Packs... 50 Pastéis de Nata, anyone?)


Nachdem wir in unser Viertel zurückgefahren sind, entdeckten wir den Shop Typographia, indem coole T-Shirts mit originellen Prints verkauft werden. Da mussten gleich mal ein paar als Mitbringsel mit! Wir bummelten noch ein wenig durch die Stadt und entdeckten auch den Laden Avida Portuguesa, der viele verschiedene Dinge, u.a. im Vintage-Design führt. Ein Abstecher dorthin ist nicht nur für Mitbringsel lohnenswert! Den Sonnenuntergang genossen wir unter Gleichgesinnten und Kiffern am Miradouro Santa Catarina, wo auch einer der typischen Kiosks bis auf den letzten Platz voll besetzt war. Gut zu Abend aßen wir im Faz Gostos, einem etwas feineren, aber dennoch legeren und schönen portugiesischen Lokal. 

Hier könnt ihr einen kleinen Eindruck von diesem entspannten Sonnenuntergangsmoment inklusive Musik gewinnen. :-)



Samstag

An diesem Tag statteten wir dem interaktiven Lisboa Story Center - Memórias da Cidade (Eintritt 5€) am Praça do Comércio einen Besuch ab. Auf eher spielerische Weise bringt es dem Besucher in etwa anderthalb Stunden die Stadtgeschichte Lissabons via Audio Guide näher - vielleicht im Großen und Ganzen eher an eine jüngere Zielgruppe gerichtet, aber auch für die Älteren ganz amüsant. Danach spazierten wir durch die Alfama, die Altstadt, und landeten schließlich zum Mittagessen im schlechtesten Restaurant ever. Als Entschädigung dafür gönnten wir uns bei Gelato Therapy ein leckeres Eis - Mandel & Himbeere, mhh!
Die nächsten Stunden verbummelten wir gemütlich am Praça do Comércio, wo junge Musiker und Tänzer ihr Können zeigten (und nicht wenige versuchen, einem Drogen anzudrehen), bis die Zeit kam, unseren Mietwagen abzuholen.
Für unser Abendessen im Restaurant Sushi Ribeira zahlten wir unverhofft ein kleines Vermögen, aber wenigstens war es auch saugut. #cocktailsinvolved



Sonntag

Sonntagmorgen stellte ich zunächst einmal fest, dass die Straße unterhalb unseres Fensters um 9:30 Uhr nicht ansatzweise so belebt war wie um 4:30 Uhr in der Nacht - alles klar!
Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Auto etwa eine halbe Stunde nach Sintra, wo wir das Castelo dos Mouros (Maurenburg, Eintritt 6,50€) und den Parque e Palácio da Pena (Schloss & Park von Pena, Eintritt 11,50€) besichtigten. Zugegebenermaßen eine kleine Herausforderung für nicht ganz Schwindelfreie, aber man wird mit einem tollen Ausblick über die umgebende Landschaft belohnt!
Meiner Meinung nach ist der Palast im Inneren nur mäßig spektakulär und ein Ticket für den Park allein vollkommen ausreichend, denn auch damit kann man den Palast von außen besichtigen und ihn umrunden. Der Park war bereits im Februar superschön - wie viel schöner wird er noch sein, wenn alles blüht und grün ist? In Sintra gibt es übrigens noch einiges mehr ähnlicher Art zu besichtigen!
Leider nahm unser Ausflug ein eher unschönes Ende, denn wir fanden uns am Ende des Abstiegs zurück nach Sintra gemeinsam mit ein paar anderen Besuchern vor verschlossenen Toren wieder - unwissentlich befanden wir uns noch in einem Park, der nun bereits geschlossen hatte! Und das bei Einbruch der Dämmerung, die denselben Weg zurück ausschloss. Glücklicherweise entdeckten uns Portugiesen, die zu den Parkwächtern Kontakt aufnahmen (die Telefonnummer stand nämlich schlauerweise nur außen am Tor) - und die uns dann auch nur anderthalb Stunden später schon rausgeholt haben.




Montag

Am Tag unserer Abreise packten wir morgens die Koffer, bezahlten unseren Strafzettel samt Wegfahrsperre (!!!!) und fuhren leicht frustriert über die Brücke vom 25. April zum Strand. Halt machten wir zunächst in einer ausgestorbenen Ortschaft am Meer, in der im Sommer bestimmt mehr los ist. Für uns war es so jedoch genau richtig, nur wenige Menschen, ein paar Surfer und das Meer am kilometerlangen Sandstrand. Ich genoss den Spaziergang am Wasser sehr, denn er war wie ein Vorgeschmack auf den Sommer und erinnerte mich an die Strände Sylts, wo ich schon seit Kindertagen an viele Male war. Ich kann euch nur raten, eine solche Gelegenheit zu nutzen und barfuß zu laufen - so werden vielleicht mal die Hosen nass, tut man das jedoch nicht, sind es gerne mal die Hosen inklusive Schuhe und Socken (hätte er halt auf mich gehört!).



Nach einer Weile fuhren wir weiter nach Süden und fanden ein Restaurant, dessen Terrasse direkt am Strand gelegen war. Was für ein Glücksfall! Dort haben wir uns zum Abschied den Bauch ein letztes Mal vollgeschlagen, und sind dann über die 18 km lange Brücke Vasco da Gama zurück zum Flughafen gefahren. Vor dem Rückflug habe ich bei Women's Secret, das etwas an Victoria's Secret erinnert, noch einen kleinen Shopping-Stop eingelegt, so dass wir dann genau rechtzeitig als die Letzten im Flieger waren... 



Ich hoffe, euch hat mein Reisebericht gefallen und mir ist es gelungen, ein wenig Fernweh in euch zu wecken. Lissabon ist wirklich einen Besuch wert, egal, ob man mit portugiesischer Kultur, Küche und Sprache was am Hut hat oder nicht. Solltet ihr südländisches Flair und die Sonne mögen, seid ihr dort genau richtig (von den Pastéis de Nata ganz zu schweigen!). :-) 

Ward ihr auch schonmal in Lissabon? 
Welches Reiseziel könnt ihr für dieses Jahr empfehlen?


*Alle Eintrittspreise sind mit Studentenrabatt angegeben. Die normalen Preise sind aber kaum teurer.

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